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die Höhen und Tiefen im allgemeinen Leben
daneben
Gedanken und Realität.
Direkt, Ehrlich,
manchmal metaphorisch
nicht immer lesenswert.
Entstandenn aus Prinzip.

Montag, 25. September 2017

odium et cupiditas

Ich wähle Worte mit Bedacht,
aus Licht und Watte konstruiert,
zurechtgelegt,
fein aussortiert,
was nicht ganz passt, noch Kanten hat

Mach' Seifenblasen draus,
schick sie dir zu
ganz sanft,
und in dem Takt dazu
Musik, die Kindheitswonne
in sich trägt

Stopfst dir beide Ohren zu,
du bist Kalkül,
so kontrolliert im Rauschdelir,

Worte liegen dann vor dir,
in deiner Hand,
nicht mein Metier

Holst Hammer raus und Meißel auch,
blickst durch mich durch und spitzt sie an,
bis nichts mehr von dem übrig ist,
was einmal mein Gemüt verließ

Fesselst mich- bewegungslos und konsterniert-
an dein Konstrukt
lässt mich nicht los

Dann holst du aus und du
stichst zu,
die Worte in dein Fleisch hinein

Ich stehe da und sammle auf,
was du an Gefühlen aus dir reißt,
Meist  Odium und das Verlangen
nach Worten nur,
aus Licht und Watte konstruiert.



Sonntag, 4. Juni 2017

Lacuna

belausche
rauschende Wellen
aus Muscheln
deiner Hände
an meinem Gesicht-
und folge
der Melodie
auf düsteren
Pfaden
durch Wälder
der
Reminiszenz.

Freitag, 14. April 2017

Mein schlechtester Text, dafür aber ohne Reime und Poesie. Versprochen.



Ein ungutes Gefühl macht sich in meiner linken Bauchgegend breit, es dehnt sich aus und vermehrt sich in Sekundenbruchteilen zu einer ganzen Horde unangenehmer Artgenossen. Sie füllen meinen Magen aus, klettern meine Speiseröhre weiter nach oben und bevor ich die Augen noch ganz geöffnet habe, muss ich all meine verfügbare Kontrolle über meinen Körper aufbringen, um nicht auf mein Kopfkissen zu erbrechen.
Das ganze Leben kommt in mir hoch und will sich vor mir in seiner ganzen Pracht entfalten, jeden einzelnen Morgen.

Ich bin nicht bereit für diesen Anblick und erst recht nicht für einen neuen noch unangerührten Tag, der dort mit seinen unendlichen Stunden auf mich wartet und gelebt werden will.

In meinem Kopf herrscht Chaos, wirre Träume flattern bruchstückhaft durch meine zerebralen Strukturen, bringen Neurone zum Feuern und lassen mich an so vielem Zweifeln, vor allem jedoch an meinem Verstand.

Ich drehe mich um und meine Hand landet in einer verklebten Müslischüssel mit vertrockneten Resten der Haferflocken von heute Nacht, ich schmecke die Reste von Nüssen und Rosinen unter meinem Zahnfleisch und frage mich, ob ich zuerst fett werde, oder meine Zähne zu faulen beginnen und weiß nicht, welches das kleinere Übel wäre.

Mir ist schlecht, aber ich schlurfe in die Küche und schmiere mir ein Toastbrot, mit dem ich mich wieder in mein Bett verkrieche, nicht jedoch, ohne zahlreiche Krümel in der Küche zu hinterlassen und das abgeleckte Messer unachtsam zu den Anderen in die Spüle zu werfen.
Die Bettdecke ist klamm vom Schweiß meiner Alpträume und ich verfalle mit dem kurz angebissenen Brot in der Hand zurück in die Weiten der Grauzone meines Bewusstseins. Marmeladenflecken sammeln sich auf dem Laken und gesellen sich zu den Erinnerungen der letzten Nächte.
Ich träume von angefahrenen Hundewelpen und Dozenten, die mir ihre Genital präsentieren, damit ich der Reihe nach die arteriellen Versorgungswege herunterbete.

Mein Kopf schreit nach Wachheit, nach einer kalten Dusche und nach Frischluft, aber ich ziehe mir die Decke so weit über das Haar, dass ich erneut in einen sauerstoffmangelbedingten komatösen Schlafzustand verfalle.
In meinem Posteingang sammeln sich Mails, die ich nicht lese, weil ich mein Handy nicht lade, um dem Schwall an ungefilterter Flut von Informationen zu entgehen. Dem ständigen erreichbar sein und zu präsentieren. In diesen Zeiten wird alles präsentiert und ich bin nicht bereit dafür. Nicht bereit für diesen erfolgsorientierten Schwanzvergleich unserer Leistungsgesellschaft. Nicht heute.
In meinem Kopf ist diese ständige Kluft zwischen Sein und Schein, die stetig wächst und mich ohnmächtig werden lässt.
Das Telefon liegt ohne Stromanschluss auf dem Balkon und ich habe den Fernseher samt Schrank in den Hausflur verbannt, direkt vor die Klingel, denn ich habe nicht vor, die Tür zu öffnen und das Ignorieren des penetranten Schrillens frisst meine letzten Energiereserven.
Ich lasse die Nachbarn tuscheln, öffne keine Post und erst recht nicht meine Augen.

Atme ein.
Harre aus.
-

Tage vergehen, das Brot fällt mir aus der Hand, Reste verfangen sich in meinem wirren Haar und es riecht nach Angst, Schimmel und Depression.

Dann stehe ich auf.
Ich greife zum Nachttisch und schlucke die Kapseln, reiße das Laken vom Bett und die Fenster auf.
Schmerzfasern leiten den eisigen Strahl der Dusche von meiner Kopfhaut und für einen Moment verdrängen die auftauchenden Blitze vor meinen Augen die Gefühle unter meiner Haut.
Mein Haar riecht nach Orange und glänzt in der Sonne, während ich mir vor dem Spiegel ein Lächeln auf die Lippen male.
Ich packe meine Tasche und mache mich auf den Weg, grüße den Fahrer im Bus, sortiere Mails auf dem Handy und den Alltag in meinem Kopf.

Rhythmus kehrt zurück in meine Adern, durchflutet mein Herz, lässt meine Muskeln atmen, mein System neu starten, ein weiteres mal, wie schon so oft.



Dienstag, 24. Januar 2017

Karussell ohne Pferdchen und Reime



Es ist kalt
mit dem Rücken zum Fenster
das Lärmen der Autos im Rücken
Gedanken aus Mauern im Kopf
greife nach Händen, die nicht begreifen,
dass Hass nicht den Schnitt flickt,
den Ängste und Zweifel versalzen

Es ist laut
über den Dächern
im Schatten, den Realität in die Nacht wirft
umgeben von Zweifeln
dreht sich alles
weiter
und nur um sich selbst

Freitag, 20. Januar 2017

Jahresuhrenzeiger geben keine Richtung an

Der Regen gießt
Gedanken,
Die tief im Winter verschlossen
Erstarrt sind
Voller Angst
Vor dem
Was kommt

Durch Sonnenstrahlen
Erste Keime
Hoffnungssprossen
Durch Wolken bis zum Mond

Der gar nicht weiß
Was Wahrheit wär'
Was Phrasen sind
Was Trost verspricht

Im Herbst fällt
Wie Blätter
Der Worte falsches Kleid
Was übrig bleibt
Ist
Allenfalls
Erstart und mit viel Angst
Bestäubt
Ein kleines Stückchen
Habwahrheit.
Und tanzt.


Samstag, 24. Dezember 2016

angerempelt

Dein Kopf
gegen
meine Tränen
über
kleine Narben
auf dem Gemüt

Dein Hass
gegen
meine Liebe
für alles
was zerstört

Meine Fehler
gegen
deine Stärke
über alles
was ich bin

will ich verschwinden
ich will verschwinden
verschwommen
sein
ein
Schatten
sein
in
dem
was
hier
nicht
ist

Sonntag, 11. Dezember 2016

analysier' mal kurz.

Einsam
Sind die meisten-
Farben ohne Glanz

Lautlos
Sterben alle-
Ideen in meinem Kopf

Kraftlos
Kommen keine-
Gefühle in mich hinein

Wolken
Nehmen Bilder mit-

Aus Schönheit 
Und aus Hass
 Sind wir doch einfach alle-
 
Komplexer
Als geglaubt

Freitag, 9. Dezember 2016

und das nennst du Leben

Wir sind so leer
Und suchen in fremden Augen
Etwas, das uns führt-
Aber wenn's drauf ankommt,
Ist es uns egal,
Wohin die Reise geht,
Weil wir mit unserer Leere
Doch gern alleine sind.

Und wir füllen unsere Taschen
Mit Lügen und mit Krieg
Weil uns außer einer Richtung
Noch so vieles fehlt-
Vor allem Empathie.

Wir halten Monologe
Stumm
In unserem Kopf
Und fragen uns am Ende
Was bleibt
Wenn niemand siegt,
Weil niemand kämpft,
Wenn niemand l[i]ebt.

Montag, 5. Dezember 2016

schwerelos

wir sind verwirrt
und greifen um uns
um in der Unendlichkeit
der Leere
etwas zu finden, das uns
keinen Halt gibt
sondern
das Gefühl vergessen lässt,
zu fallen
und nicht zu wissen,
wo die Realität
uns bremst.

Samstag, 3. Dezember 2016

Freundschaft ist auch nur so ein Begriff, aber wir sind mehr.

Wir liegen zusammen auf den kalten Fliesen
und Lachen über das Leben,
während wir uns sagen,
dass jede Träne
auch nur flüssige Angst ist.
Wobei Angst sich ja eigentlich eher anfühlt wie
Granit
in den Venen.
Aber in unseren Arterien fließt  Freundschaft,
denn die kommen vom Herzen
und wie es das schafft,
ist eines dieser Geheimnisse,
für die wir keine Wissenschaft
aber zumindest die Gewissheit haben,
dass jede Träne
auch nur flüssige Angst ist.




Donnerstag, 6. Oktober 2016

Du glaubst an Gott und Hölle, Schuld und Leid
- aber mir nicht, wenn ich dir sage, du bist schön.


Montag, 19. September 2016

Ich stehe hier, schau hin.



Du sagst, du kannst nicht mehr,
und ich sage okay-
weil, hier ist meine Hand und ich halte sie dir hin
aber du siehst mich nicht an und
ich blicke voran
aber du blickst zurück,
sagst du wirst zerdrückt
von all diesen Ängsten, die dich umgeben
und ich sage okay-
weil, hier ist meine Hand und ich halte sie dir hin
und dann siehst du mich an,
aber das schlimme daran ist
diese Kälte in deinem Blick und
du weichst immer mehr zurück
und ich sage okay-
weil, hier ist meine Hand und ich halte sie dir hin
und dann denk‘ ich ‚verdammt‘
nimm endlich meine Hand
komm ein Stückchen zu mir her
einfach ein bisschen näher
aber-
vielleicht ist das hier der Beginn
vom Ende des Wegs, den wir gemeinsam
Hand in Hand betreten haben
Denn dann drehst du dich um
Und um mich herum bleibt
Einfach nur Leere
Und..
Und ich sage okay-
Weil, hier bleibt meine Hand und ich halte sie dir hin.