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die Höhen und Tiefen im allgemeinen Leben
daneben
Gedanken und Realität.
Direkt, Ehrlich,
manchmal metaphorisch
nicht immer lesenswert.
Entstandenn aus Prinzip.

Freitag, 14. April 2017

Mein schlechtester Text, dafür aber ohne Reime und Poesie. Versprochen.



Ein ungutes Gefühl macht sich in meiner linken Bauchgegend breit, es dehnt sich aus und vermehrt sich in Sekundenbruchteilen zu einer ganzen Horde unangenehmer Artgenossen. Sie füllen meinen Magen aus, klettern meine Speiseröhre weiter nach oben und bevor ich die Augen noch ganz geöffnet habe, muss ich all meine verfügbare Kontrolle über meinen Körper aufbringen, um nicht auf mein Kopfkissen zu erbrechen.
Das ganze Leben kommt in mir hoch und will sich vor mir in seiner ganzen Pracht entfalten, jeden einzelnen Morgen.

Ich bin nicht bereit für diesen Anblick und erst recht nicht für einen neuen noch unangerührten Tag, der dort mit seinen unendlichen Stunden auf mich wartet und gelebt werden will.

In meinem Kopf herrscht Chaos, wirre Träume flattern bruchstückhaft durch meine zerebralen Strukturen, bringen Neurone zum Feuern und lassen mich an so vielem Zweifeln, vor allem jedoch an meinem Verstand.

Ich drehe mich um und meine Hand landet in einer verklebten Müslischüssel mit vertrockneten Resten der Haferflocken von heute Nacht, ich schmecke die Reste von Nüssen und Rosinen unter meinem Zahnfleisch und frage mich, ob ich zuerst fett werde, oder meine Zähne zu faulen beginnen und weiß nicht, welches das kleinere Übel wäre.

Mir ist schlecht, aber ich schlurfe in die Küche und schmiere mir ein Toastbrot, mit dem ich mich wieder in mein Bett verkrieche, nicht jedoch, ohne zahlreiche Krümel in der Küche zu hinterlassen und das abgeleckte Messer unachtsam zu den Anderen in die Spüle zu werfen.
Die Bettdecke ist klamm vom Schweiß meiner Alpträume und ich verfalle mit dem kurz angebissenen Brot in der Hand zurück in die Weiten der Grauzone meines Bewusstseins. Marmeladenflecken sammeln sich auf dem Laken und gesellen sich zu den Erinnerungen der letzten Nächte.
Ich träume von angefahrenen Hundewelpen und Dozenten, die mir ihre Genital präsentieren, damit ich der Reihe nach die arteriellen Versorgungswege herunterbete.

Mein Kopf schreit nach Wachheit, nach einer kalten Dusche und nach Frischluft, aber ich ziehe mir die Decke so weit über das Haar, dass ich erneut in einen sauerstoffmangelbedingten komatösen Schlafzustand verfalle.
In meinem Posteingang sammeln sich Mails, die ich nicht lese, weil ich mein Handy nicht lade, um dem Schwall an ungefilterter Flut von Informationen zu entgehen. Dem ständigen erreichbar sein und zu präsentieren. In diesen Zeiten wird alles präsentiert und ich bin nicht bereit dafür. Nicht bereit für diesen erfolgsorientierten Schwanzvergleich unserer Leistungsgesellschaft. Nicht heute.
In meinem Kopf ist diese ständige Kluft zwischen Sein und Schein, die stetig wächst und mich ohnmächtig werden lässt.
Das Telefon liegt ohne Stromanschluss auf dem Balkon und ich habe den Fernseher samt Schrank in den Hausflur verbannt, direkt vor die Klingel, denn ich habe nicht vor, die Tür zu öffnen und das Ignorieren des penetranten Schrillens frisst meine letzten Energiereserven.
Ich lasse die Nachbarn tuscheln, öffne keine Post und erst recht nicht meine Augen.

Atme ein.
Harre aus.
-

Tage vergehen, das Brot fällt mir aus der Hand, Reste verfangen sich in meinem wirren Haar und es riecht nach Angst, Schimmel und Depression.

Dann stehe ich auf.
Ich greife zum Nachttisch und schlucke die Kapseln, reiße das Laken vom Bett und die Fenster auf.
Schmerzfasern leiten den eisigen Strahl der Dusche von meiner Kopfhaut und für einen Moment verdrängen die auftauchenden Blitze vor meinen Augen die Gefühle unter meiner Haut.
Mein Haar riecht nach Orange und glänzt in der Sonne, während ich mir vor dem Spiegel ein Lächeln auf die Lippen male.
Ich packe meine Tasche und mache mich auf den Weg, grüße den Fahrer im Bus, sortiere Mails auf dem Handy und den Alltag in meinem Kopf.

Rhythmus kehrt zurück in meine Adern, durchflutet mein Herz, lässt meine Muskeln atmen, mein System neu starten, ein weiteres mal, wie schon so oft.